Essstörungen erkennen: Anzeichen und wie Unterstützung aussehen kann
Wenn Essen, der eigene Körper oder das Gewicht immer mehr Raum im Denken einnehmen, kann eine Essstörung dahinterstecken – bei einem selbst oder bei einem nahestehenden Menschen. Je früher das erkannt wird, desto leichter lässt sich gegensteuern.
Woran sich eine Essstörung zeigen kann
Typisch ist, dass Gedanken rund ums Essen, den Körper oder das Gewicht einen immer größeren Teil des Alltags einnehmen. Essen wird zunehmend zur Belastung statt zur Selbstverständlichkeit, oft begleitet von starken Schuldgefühlen. Hinzu kommt häufig ein sozialer Rückzug, gerade rund um gemeinsame Mahlzeiten, sowie ein Essverhalten, das sich spürbar verändert hat.
Verschiedene Formen
Am bekanntesten sind Magersucht (Anorexie), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) und wiederkehrende Essanfälle (Binge-Eating-Störung). Jede Form zeigt sich anders, gemeinsam ist ihnen die zentrale Rolle, die Essen, Körper und Gewicht im Erleben der Betroffenen einnehmen.
Wenn Sie sich um einen anderen Menschen sorgen
Als Angehörige oder Angehöriger ist es oft schwer, das Thema anzusprechen, ohne dass sich die Person zurückzieht oder verteidigt. Hilfreicher als Vorwürfe oder Kontrolle ist es meist, echte Sorge auszudrücken und ein offenes Ohr anzubieten, ohne Druck aufzubauen – und dabei auch auf die eigenen Grenzen zu achten.
Was hilft
Essstörungen sind ernst zu nehmen, aber gut behandelbar – besonders wenn frühzeitig professionelle Unterstützung dazukommt. Der erste Schritt muss dabei keine feste Diagnose sein: Ein offenes Gespräch reicht als Anfang völlig aus.
Unterstützung in Hannover und Bad Münder
Zu diesem Thema biete ich sowohl Einzeltherapie als auch ein Seminar an.
Falls Sie selbst betroffen sind oder sich um jemanden sorgen: Die Telefonberatung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zu Essstörungen erreichen Sie unter 0221 892031 (Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr), anonym und kostenlos.
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, vormals BZgA) – Informationsportal und Telefonberatung zu Essstörungen: https://www.bzga-essstoerungen.de/
- Deutsches Ärzteblatt – Bericht zur BZgA-Beratungsstellen-Datenbank, mit Einordnung der DGPPN: https://www.aerzteblatt.de/news/bzga-informiert-ueber-beratungsstellen-fuer-essstoerungen-3ed3fc63-b415-403b-941a-e83cd7b234b0